Liegend trocknen – was das Zeichen auf dem Pflegeetikett bedeutet

Lesedauer: 6 Min
Aktualisiert: 28. Mai 2026 12:02

Das Symbol „liegend trocknen“ auf dem Pflegeetikett bedeutet, dass das Textil nach dem Waschen flach ausgelegt und nicht aufgehängt werden darf. So verhinderst du, dass sich der Stoff verzieht, ausleiert oder Drucke und Strickstrukturen beschädigt werden.

Typisch ist diese Angabe bei empfindlichen Materialien wie Wolle, Kaschmir, Viskose, Strick oder schweren Pullovern. Prüfe immer zuerst, ob zusätzlich ein Verbot für den Wäschetrockner oder Hinweise zu Schatten oder direkter Sonne angegeben sind.

So erkennst du das Zeichen „liegend trocknen“

Das Trockensymbol zeigt in der Regel ein Quadrat, in dem eine waagerechte Linie liegt. Diese Linie steht für eine flache Unterlage, auf der das Textil ausgebreitet werden soll. Oft steht dieses Zeichen zusammen mit anderen Pflegeangaben wie Handwäsche oder Schonwaschgang.

Wird das Symbol mit weiteren Zusätzen kombiniert, etwa mit zwei Linien für besonders schonende Behandlung oder mit Tropfen für „tropfnass auflegen“, gilt immer die schonendste Lesart. Im Zweifel solltest du das Kleidungsstück vorsichtig behandeln und eher zu niedrigen Temperaturen greifen.

Warum manche Textilien nur flach getrocknet werden sollen

Empfindliche Fasern verlieren im nassen Zustand an Stabilität und können sich unter ihrem eigenen Gewicht verformen. Wenn ein schwerer Strickpullover an der Leine hängt, dehnt sich der Stoff und die Schultern können ausleiern. Beim flachen Trocknen bleibt die Form besser erhalten.

Auch feine Strickmuster, Stickereien und Drucke reagieren empfindlich auf Zugkräfte. Durch das Auslegen auf einer ebenen Fläche verteilt sich die Feuchtigkeit gleichmäßiger, und die Nähte werden weniger belastet. Das verlängert die Lebensdauer des Textils deutlich.

Richtiges Vorgehen beim liegenden Trocknen

Direkt nach dem Waschen solltest du das Kleidungsstück nur sanft ausdrücken oder kurz im Schleudergang mit niedriger Drehzahl entwässern. Starkes Auswringen schädigt Fasern und Form.

Breite anschließend ein großes Handtuch auf einer ebenen Fläche aus, lege das Kleidungsstück in Form darauf und ziehe Nähte und Kanten leicht zurecht. Drehe das Teil bei Bedarf nach einiger Zeit um oder wechsle das Handtuch, damit die Restfeuchte besser entweichen kann.

Vermeide Heizkörper, direkte Sonneneinstrahlung und sehr geringe Luftzirkulation, da sich sonst Material und Farben verändern können. Eine gut belüftete Stelle im Raum oder ein Wäscheständer mit Ablagefläche eignet sich am besten.

Typische Einsatzbereiche und ein Praxisbeispiel

Die Angabe zum flachen Trocknen findet sich häufig bei Strickpullovern, Cardigans, Schals, Mützen, feinen Wollstoffen und empfindlichen Sporttextilien. Auch hochwertige Heimtextilien wie Plaids oder Dekokissen können damit gekennzeichnet sein.

Ein typischer Fall: Ein Wollpullover wurde im Schonwaschgang gewaschen und soll jetzt trocknen. Statt ihn an die Wäscheleine zu hängen, legst du ihn auf ein Handtuch, formst Ausschnitt, Ärmel und Saum sauber nach und lässt ihn dort ruhen, bis er vollständig trocken ist. So vermeidest du, dass er länger und schmaler wird oder an den Schultern ausbeult.

Unterschied zu anderen Trockensymbolen

Das Zeichen für flaches Trocknen wird oft mit dem Trocknersymbol verwechselt, das durch ein Quadrat mit Kreis dargestellt wird. Nur das Symbol mit der waagerechten Linie im Quadrat steht für das Auslegen auf einer Fläche.

Zusätze wie seitlich versetzte Linien (zum Beispiel für Trocknen im Schatten) oder verbotene Trocknersymbole zeigen an, dass Warmluftgeräte ungeeignet sind. In solchen Fällen bleibt das flache Trocknen an der Luft die sicherste Methode, um Materialschäden zu vermeiden.

FAQ zu „liegend trocknen“

Wie wichtig ist es, das Symbol für liegendes Trocknen zu beachten?

Das Symbol ist ein klarer Hinweis der Hersteller, dass das Gewebe empfindlich auf Dehnung reagiert. Ignorierst du es dauerhaft, riskierst du Formverlust, Verziehen oder Wellen in Stoff und Nähten.

Darf ich Kleidungsstücke mit diesem Symbol trotzdem in den Trockner geben?

Ein Wäschestück mit diesem Piktogramm gehört grundsätzlich nicht in den Wäschetrockner. Die mechanische Belastung und Hitze können Fasern ausleiern, einlaufen oder verfilzen, auch wenn der Trockner ein Schonprogramm bietet.

Wie lange dauert es, bis ein Teil in liegender Position trocken ist?

Je nach Dicke des Stoffes und Raumklima kann das von einigen Stunden bis zu einem Tag dauern. Drehe das Teil zwischendurch einmal um und wechsle bei Bedarf das Handtuch, damit die Feuchtigkeit schneller entweichen kann.

Kann ich liegend auch im Freien trocknen?

Du kannst ein Wäschestück draußen auf einem luftdurchlässigen Gitter oder einem mit Handtuch belegten Gestell ausbreiten. Direkte Mittagssonne und starken Wind solltest du meiden, damit die Farben nicht ausbleichen und der Stoff nicht ausleiert.

Was mache ich, wenn ich keinen Platz zum Ausbreiten habe?

Nutze ein zusammenklappbares Trockenregal, das sich waagerecht einstellen lässt, oder lege ein Handtuch über die Badewanne und breite das Teil darauf aus. Für kleine Wohnungen eignen sich auch Rollgitter oder Ofengitter, die du kurzzeitig aufstellst.

Muss ich die Textilien vor dem flachen Trocknen in Form ziehen?

Ja, das ist entscheidend für ein gutes Ergebnis. Streiche das Kleidungsstück mit den Händen glatt, richte Nähte und Säume aus und bringe Ärmel und Bündchen in die gewünschte Form, damit es nach dem Trocknen sauber sitzt.

Welche Materialien reagieren besonders empfindlich auf hängendes Trocknen?

Wolle, Kaschmir, Viskose, lockere Strickware und schwerere Feinstrickteile reagieren sehr sensibel auf Zug. Bei diesen Fasern kann das eigene Gewicht im nassen Zustand reichen, um dauerhaft Längenänderungen zu verursachen.

Wie verhindere ich Stockflecken beim liegenden Trocknen?

Sorge für gute Luftzirkulation und vermeide sehr kalte, feuchte Räume. Lege das Teil nicht mehrfach gefaltet aufeinander, sondern immer in einer Lage und überprüfe nach einigen Stunden, ob der Untergrund noch zu feucht ist.

Kann ich beim flachen Trocknen ein Handtuch als Unterlage verwenden?

Ein saugfähiges Handtuch ist ideal als Untergrund, vor allem bei nassen Stricksachen. Achte darauf, dass das Handtuch sauber und farbecht ist, damit keine Fussel oder Farbstoffe auf die empfindliche Wäsche übergehen.

Gibt es Unterschiede zwischen „liegend trocknen“ und „liegend im Schatten trocknen“?

Beim Schatten-Symbol soll der Stoff zusätzlich vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden. Das betrifft vor allem Farben und Fasern, die zu Ausbleichen oder Versprödung neigen, etwa dünne Wolle oder feine Mischgewebe.

Wie gehe ich mit Stücken um, die zusätzlich „nicht schleudern“ tragen?

Diese Teile solltest du nur ganz sanft ausdrücken und das Wasser möglichst in einem Handtuch aufnehmen. Anschließend breitet du die Wäsche wie empfohlen waagerecht aus, damit die Fasern ohne Zug trocknen können.

Fazit

Das Symbol für horizontales Trocknen zeigt dir, dass ein Kleidungsstück seine Form nur ohne Zugbelastung behält. Wer solche Teile schonend ausdrückt, sorgfältig in Form bringt und auf einer gut belüfteten Unterlage ausbreitet, schützt Fasern, Passform und Farben. Gerade bei hochwertigen Stricksachen, Wolle und Viskose verlängert diese Methode spürbar die Lebensdauer deiner Garderobe.

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Autor bei Zeichencheck.de

Jan Peters

Zeichen, Fehlercodes & Leuchtanzeigen

Ich beschäftige mich seit Jahren mit Zeichen, Symbolen, Anzeigen und Meldungen, die im Alltag plötzlich Fragen aufwerfen. Mich interessiert vor allem, wie man auch technische oder auf den ersten Blick unklare Hinweise schnell verständlich erklären kann.

Bei Zeichencheck.de schreibe ich vor allem über Fehlercodes, Leuchtanzeigen, Symbole und textbasierte Meldungen. Mein Ziel ist, dass du ohne langes Suchen sofort verstehst, was ein Zeichen bedeutet und wie du es einordnen kannst.

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Autorin bei Zeichencheck.de

Mira Hoffmann

Schilder, Kennzeichnungen & Prüfzeichen

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