PTH steht für Parathormon, auch Parathyreoidhormon genannt. Das Hormon wird in den Nebenschilddrüsen gebildet und regelt gemeinsam mit Kalzium, Phosphat und Vitamin D den Mineralstoffhaushalt. Ein einzelner PTH-Wert erlaubt jedoch keine sichere Diagnose: Entscheidend sind der Referenzbereich des Labors sowie weitere Blutwerte und die persönliche Situation.
Welche Aufgabe hat Parathormon?
Sinkt der Kalziumspiegel im Blut, kann der Körper mehr Parathormon ausschütten. PTH wirkt dann unter anderem auf Knochen, Nieren und indirekt auf den Darm. Es unterstützt die Freisetzung von Kalzium aus dem Knochen, verringert dessen Ausscheidung über die Niere und fördert die Aktivierung von Vitamin D. Dadurch kann mehr Kalzium aus der Nahrung aufgenommen werden.
Der Wert wird häufig zusammen mit Kalzium, Phosphat, Kreatinin beziehungsweise der Nierenfunktion und Vitamin D beurteilt. Je nach Fragestellung können zusätzlich Albumin oder das ionisierte Kalzium bestimmt werden.
Was bedeutet ein erhöhter PTH-Wert?
Ein erhöhter Parathormonwert kann auf eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen hinweisen. Häufige Zusammenhänge sind dabei ein gleichzeitig erhöhtes Kalzium oder Veränderungen an den Nebenschilddrüsen. PTH kann aber auch steigen, wenn der Kalziumspiegel niedrig ist oder ein Vitamin-D-Mangel, eine eingeschränkte Nierenfunktion oder eine unzureichende Kalziumaufnahme vorliegt.
Deshalb bedeutet ein erhöhter Wert nicht automatisch, dass ein Tumor oder eine bestimmte Erkrankung vorliegt. Für die Einordnung ist besonders wichtig, ob das Kalzium normal, erniedrigt oder erhöht ist. Auch Medikamente und eine bereits bestehende Nierenerkrankung können die Bewertung beeinflussen.
Was kann ein niedriger Wert bedeuten?
Ein niedriger PTH-Wert kann auftreten, wenn der Kalziumspiegel erhöht ist und die Nebenschilddrüsen deshalb weniger Hormon ausschütten. Ist gleichzeitig das Kalzium niedrig, kommen unter anderem eine zu geringe Hormonbildung, Folgen einer Operation am Hals oder Störungen des Magnesiumhaushalts infrage.
Die Bedeutung hängt von den übrigen Laborwerten und den Beschwerden ab. Kribbeln, Muskelkrämpfe, ausgeprägte Schwäche oder Herzrhythmusstörungen sollten zeitnah ärztlich abgeklärt werden.
Wie wird der Laborwert richtig gelesen?
Vergleiche den Messwert zuerst mit dem Referenzbereich auf deinem Befund. Diese Grenzen können je nach Labor, Messmethode und Einheit abweichen. Prüfe anschließend, ob Kalzium, Vitamin D und Nierenwerte mitbestimmt wurden. Ohne diesen Zusammenhang ist eine eigenständige Bewertung des PTH-Werts nur eingeschränkt möglich.
Besprich auffällige Ergebnisse mit der behandelnden Praxis, besonders bei Nierenerkrankungen, Knochenproblemen, Nierensteinen, nach einer Halsoperation oder bei der Einnahme von Kalzium- und Vitamin-D-Präparaten. Verändere solche Präparate nicht allein aufgrund eines einzelnen Laborwerts.
Fragen und Antworten zum PTH-Laborwert
Muss ich für die PTH-Bestimmung nüchtern sein?
Ob du nüchtern erscheinen musst, hängt davon ab, welche weiteren Blutwerte gleichzeitig untersucht werden. Für die genaue Vorbereitung solltest du die Vorgaben der Arztpraxis oder des Labors beachten und dort auch Nahrungsergänzungsmittel sowie Medikamente angeben.
Kann der PTH-Wert im Tagesverlauf schwanken?
Ja, die Ausschüttung von Parathormon kann sich im Tagesverlauf verändern und wird außerdem durch den aktuellen Kalziumhaushalt beeinflusst. Deshalb sollte ein auffälliger Einzelwert im Zusammenhang mit dem Abnahmezeitpunkt, den Begleitwerten und gegebenenfalls einer Kontrollmessung beurteilt werden.
Welche Medikamente können die PTH-Bewertung beeinflussen?
Unter anderem können Präparate mit Kalzium oder Vitamin D sowie Medikamente, die den Mineralstoff- oder Wasserhaushalt verändern, bei der Einordnung eine Rolle spielen. Setze verordnete Mittel nicht eigenständig ab, sondern teile der behandelnden Praxis alle Präparate und Dosierungen mit.
Was bedeutet ein PTH-Wert im Normalbereich?
Ein PTH-Wert innerhalb des angegebenen Referenzbereichs spricht zunächst gegen eine deutliche Abweichung der Parathormonkonzentration. Er schließt eine Störung des Kalzium- oder Knochenstoffwechsels jedoch nicht allein aus, weil auch Kalzium, Vitamin D, Phosphat und die Nierenfunktion berücksichtigt werden müssen.
Wann sollte ein auffälliger PTH-Wert weiter untersucht werden?
Eine ärztliche Rücksprache ist besonders sinnvoll, wenn der Wert wiederholt außerhalb des Referenzbereichs liegt oder gleichzeitig Kalzium, Phosphat, Vitamin D oder Nierenwerte verändert sind. Auch Nierensteine, Knochenschmerzen, Knochenbrüche, Kribbeln oder Muskelkrämpfe machen eine zeitnahe Einordnung wichtig.
Kann ich einen erhöhten PTH-Wert selbst durch mehr Kalzium senken?
Das solltest du nicht ohne ärztliche Empfehlung versuchen, weil ein erhöhter PTH-Wert sowohl mit zu wenig als auch mit zu viel Kalzium im Blut zusammenhängen kann. Eine zusätzliche Einnahme kann die Beurteilung erschweren oder bei bestimmten Erkrankungen unerwünscht sein; entscheidend ist zuerst die Ursache im Zusammenspiel der Laborwerte.