Eine offene Deklaration auf Tierfutter zeigt möglichst genau, welche Tierarten und Zutaten enthalten sind. Statt nur „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ zu nennen, werden beispielsweise Rind, Huhn oder Lamm einzeln aufgeführt. Entscheidend ist nicht nur die Fleischart, sondern auch die Mengenangabe und die Stelle in der Zutatenliste.
Was bedeutet eine offene Deklaration?
Bei einer offenen Kennzeichnung werden die verwendeten Tierarten eindeutig benannt. Eine Angabe wie „Huhn 30 %, Rind 10 %“ lässt erkennen, welche Fleischquellen im Futter stecken. Die Sammelbezeichnung „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ lässt dagegen offen, von welchen Tieren die Bestandteile stammen.
Die Bezeichnung sagt jedoch nicht automatisch, dass ausschließlich Muskelfleisch enthalten ist. Je nach Produkt können auch Innereien oder andere zulässige tierische Bestandteile dazugehören. Dafür musst du die vollständige Zutatenliste und die analytischen Bestandteile getrennt betrachten.
Wo erkennst du die einzelnen Fleischarten?
Die Tierarten stehen meist direkt in der Zutatenliste. Achte auf klare Begriffe wie „Huhn“, „Rind“, „Pute“ oder „Lamm“. Formulierungen wie „Fleischmehl“, „tierisches Protein“ oder „Geflügel“ sind weniger präzise. „Geflügel“ kann mehrere Vogelarten umfassen, während „Huhn“ eine bestimmte Tierart bezeichnet.
Auch die Reihenfolge liefert einen Hinweis: Zutaten werden üblicherweise nach ihrem Anteil zum Zeitpunkt der Verarbeitung geordnet. Eine Zutat an erster Stelle ist daher mengenmäßig stärker vertreten als eine weiter hinten genannte Zutat. Die genaue Prozentzahl lässt sich daraus allein aber nicht ablesen.
Wie sind die Anteile zu bewerten?
Prozentangaben müssen im Zusammenhang mit der jeweiligen Deklaration gelesen werden. Steht „Huhn 40 %“ in der Zutatenliste, bezieht sich der Wert auf die dort beschriebene Zutat oder Zutatengruppe. Bei verarbeitetem Fleisch kann der Anteil vor der Verarbeitung angegeben sein. Dadurch ist ein direkter Vergleich mit dem späteren Trockenmasseanteil nicht immer möglich.
Bei Trockenfutter ist außerdem der Wassergehalt wichtig. Ein hoher Frischfleischanteil bedeutet nicht automatisch einen entsprechend hohen Anteil an tierischem Protein im fertigen Futter. Für eine sachliche Einschätzung gehören deshalb Zutatenliste, Feuchtigkeit und analytische Bestandteile zusammen.
Woran erkennst du unklare Angaben?
- Sammelbegriffe nennen keine genaue Tierart.
- „Mit Huhn“ beschreibt nicht zwingend einen hohen Hühneranteil.
- Ein Prozentwert ohne Bezug zur Zutatenliste kann missverständlich sein.
- „Fleisch“ und „tierische Nebenerzeugnisse“ sind nicht automatisch identische Angaben.
Wenn dein Tier bestimmte Fleischarten meiden muss, reicht eine allgemeine Werbeaussage auf der Vorderseite nicht aus. Prüfe die komplette Deklaration, einschließlich Zusammensetzung, Zusatzstoffe und möglicher Hinweise zu Spuren. Bei einer medizinisch notwendigen Ausschlussdiät solltest du die Auswahl mit einer Tierarztpraxis abstimmen.
Die wichtigsten Prüfschritte
- Lies zuerst die vollständige Zutatenliste.
- Markiere jede genannte Tierart und jeden Sammelbegriff.
- Ordne Prozentangaben der passenden Zutat zu.
- Vergleiche Nass- und Trockenfutter nicht ohne Berücksichtigung des Wassergehalts.
Eine wirklich aussagekräftige Deklaration beantwortet damit drei Fragen: Welche Tierart wurde verwendet, in welcher Form kommt sie vor und wie groß ist ihr ausgewiesener Anteil? Bleibt eine dieser Angaben offen, ist die Zusammensetzung nur eingeschränkt vergleichbar.
Häufige Fragen zur offenen Deklaration auf Tierfutter
Ist eine offene Deklaration automatisch ein Qualitätsversprechen?
Nein, sie beschreibt vor allem, wie transparent die Tierarten und Zutaten aufgeführt werden. Über die Qualität, Verdaulichkeit oder Eignung für dein Tier entscheiden zusätzlich die Zusammensetzung, die analytischen Bestandteile und die Verarbeitung.
Was bedeutet die Angabe „mit Huhn“ auf der Verpackung?
„Mit Huhn“ weist darauf hin, dass Huhn enthalten ist, nennt aber ohne weitere Prozentangabe keinen genauen Anteil. Für einen Vergleich solltest du deshalb die Zutatenliste und die dort genannten Mengen prüfen, statt dich allein auf die Werbeaussage auf der Vorderseite zu verlassen.
Kann „Geflügel“ bei einer Ausschlussdiät als eindeutig gelten?
Nein, „Geflügel“ ist ein Sammelbegriff und kann mehrere Vogelarten umfassen. Wenn eine bestimmte Tierart ausgeschlossen werden muss, solltest du eine ausdrücklich benannte Zusammensetzung wählen und die Eignung mit einer Tierarztpraxis abstimmen.
Woran erkennst du, ob ein Futter nur eine tierische Proteinquelle enthält?
Prüfe die komplette Zutatenliste auf alle genannten Tierarten und tierischen Bestandteile, nicht nur auf die zuerst genannte Fleischquelle. Auch Begriffe wie tierisches Protein oder Geflügel können die genaue Herkunft offenlassen und sind für eine sichere Monoprotein-Auswahl nicht ausreichend eindeutig.
Warum lassen sich Prozentangaben bei Nass- und Trockenfutter nicht direkt vergleichen?
Nassfutter enthält meist deutlich mehr Wasser, während Trockenfutter einen grossen Teil der Flüssigkeit bei der Herstellung verliert. Ein ausgewiesener Frischfleischanteil beschreibt daher nicht automatisch denselben Nährstoff- oder Proteinanteil im fertigen Produkt; dafür musst du auch Feuchtigkeit und analytische Bestandteile berücksichtigen.
Was bedeutet es, wenn eine Tierart nur weit hinten in der Zutatenliste steht?
Die Reihenfolge gibt grundsätzlich einen Hinweis auf die Mengenanteile zum jeweiligen Zeitpunkt der Verarbeitung, ersetzt aber keine Prozentangabe. Eine weit hinten genannte Tierart ist meist in geringerer Menge enthalten, wobei sich ihr genauer Anteil daraus nicht berechnen lässt.
Reicht eine offene Deklaration aus, um Spuren für Allergiker auszuschliessen?
Nein, die Zutatenliste zeigt die vorgesehenen Bestandteile, sagt aber nicht in jedem Fall etwas über unbeabsichtigte Einträge während der Herstellung aus. Bei einer medizinisch notwendigen Ausschlussdiät solltest du deshalb zusätzlich Herstellerangaben zur Produktionsumgebung einholen und die Auswahl tierärztlich begleiten lassen.