fT3 steht für freies Trijodthyronin. Es handelt sich um den ungebundenen, biologisch verfügbaren Anteil eines Schilddrüsenhormons im Blut. Der Wert hilft dabei, die Schilddrüsenfunktion einzuschätzen, darf aber nicht ohne TSH, häufig auch nicht ohne fT4, beurteilt werden.
Was die Buchstaben und die Zahl bedeuten
Das kleine „f“ bedeutet „frei“. Gemeint ist der Anteil des Hormons, der nicht an Transporteiweiße im Blut gebunden ist. „T“ bezeichnet das Schilddrüsenhormon Thyronin, die Zahl 3 verweist auf drei Jodatome im Molekül. Ohne das „f“ kann T3 den gesamten freien und gebundenen Anteil meinen.
Trijodthyronin beeinflusst unter anderem Stoffwechsel, Wärmehaushalt und Herz-Kreislauf-System. Ein erheblicher Teil entsteht außerhalb der Schilddrüse durch Umwandlung von T4 in T3. Deshalb zeigt ein einzelner fT3-Wert nicht automatisch, wodurch eine Abweichung verursacht wird.
So ordnest du den Laborwert ein
Lies zuerst den Messwert, die Einheit und den daneben angegebenen Referenzbereich. Die Grenzwerte können sich je nach Labor und Messverfahren unterscheiden. Ein Zahlenwert lässt sich daher nicht zuverlässig anhand eines fremden Referenzbereichs aus dem Internet bewerten.
- Prüfe, ob fT3 als erhöht, erniedrigt oder im Referenzbereich markiert ist.
- Vergleiche den Befund mit TSH und fT4 aus derselben Untersuchung.
- Berücksichtige Schilddrüsenmedikamente, Schwangerschaft, akute Erkrankungen und den Zeitpunkt der Blutabnahme.
- Besprich auffällige oder widersprüchliche Werte mit der behandelnden Praxis.
Ein erhöhtes fT3 kann zusammen mit einem niedrigen TSH zu einer Schilddrüsenüberfunktion passen. Ein niedriges fT3 kann unter anderem bei einer Unterfunktion vorkommen, tritt aber auch im Zusammenhang mit schweren oder akuten Erkrankungen auf. Liegt fT3 im Normbereich, schließt das eine Schilddrüsenstörung nicht in jeder Konstellation aus.
Ändere eine verordnete Hormondosis nicht eigenständig aufgrund dieses Einzelwertes. Besonders bei Herzrasen, Brustschmerz, Atemnot, ausgeprägter Schwäche oder Verwirrtheit ist eine zeitnahe medizinische Abklärung nötig.
Einfluss von Nahrungsergänzungsmitteln und Medikamenten
Manche Laborverfahren können durch hoch dosiertes Biotin beeinflusst werden. Das Vitamin ist unter anderem in Präparaten für Haare und Nägel enthalten. Gib der Praxis oder dem Labor deshalb vor der Blutabnahme alle Nahrungsergänzungsmittel und Schilddrüsenmedikamente an. Ob und wie lange ein Präparat vorher pausiert werden soll, entscheidet die behandelnde Praxis.
Auch die Einnahme von Schilddrüsenhormonen kann die Bewertung beeinflussen. Für Verlaufskontrollen ist es sinnvoll, Blutabnahme und Medikamenteneinnahme nach der Vorgabe der Praxis möglichst vergleichbar zu halten. So lassen sich Werte aus verschiedenen Untersuchungen besser gegenüberstellen.
Häufige Fragen zum Kürzel fT3
Ist fT3 dasselbe wie T3?
Nein. fT3 erfasst den freien Anteil. Eine Angabe als Gesamt-T3 schließt zusätzlich das an Eiweiße gebundene Hormon ein. Beide Messwerte haben deshalb unterschiedliche Referenzbereiche.
Warum wird fT3 nicht bei jeder Schilddrüsenkontrolle gemessen?
Für die erste Beurteilung ist häufig TSH der zentrale Laborwert. fT3 wird je nach Fragestellung ergänzt, etwa wenn Beschwerden, TSH und fT4 kein eindeutiges Gesamtbild ergeben oder eine Überfunktion näher beurteilt werden soll.
Was bedeutet ein Sternchen neben fT3?
Ein Sternchen oder eine farbliche Markierung weist meist darauf hin, dass der Messwert außerhalb des laborinternen Referenzbereichs liegt. Es ist keine Diagnose. Die Bedeutung ergibt sich erst aus den übrigen Schilddrüsenwerten, Beschwerden, Medikamenten und Vorerkrankungen.