FRST kennzeichnet die erste Lastschrift einer vorgesehenen Serie, RCUR eine weitere wiederkehrende Abbuchung, OOFF eine einmalige Lastschrift und FNAL die letzte Abbuchung einer Serie. Die Kürzel beschreiben den Sequenztyp innerhalb eines SEPA-Lastschriftmandats. Für die praktische Einreichung ist zusätzlich maßgeblich, welche Sequenztypen die Bank, Zahlungssoftware und verwendete SEPA-Spezifikation unterstützen.
Die vier Sequenztypen im direkten Vergleich
- FRST steht für „First“ und bezeichnet die erste Abbuchung einer wiederkehrenden Lastschriftserie.
- RCUR steht für „Recurring“ und kennzeichnet eine Folgelastschrift innerhalb einer Serie.
- OOFF steht für „One-off“ und bezeichnet eine einmalige Lastschrift ohne nachfolgende Abbuchungen unter derselben Mandatslogik.
- FNAL steht für „Final“ und kennzeichnet die planmäßig letzte Lastschrift einer wiederkehrenden Serie.
Die Reihenfolge einer klassischen Serie lautet somit FRST, danach je nach Anzahl eine oder mehrere RCUR-Buchungen und am Ende gegebenenfalls FNAL. Bei einer einzelnen Abbuchung wird dagegen OOFF verwendet. OOFF gehört nicht an den Anfang einer später fortgesetzten Serie.
FRST: der Beginn einer Lastschriftserie
FRST wurde für die erste Belastung unter einem wiederkehrenden Mandat vorgesehen. Das Kürzel sagt nicht, dass der Zahlungspflichtige zum ersten Mal überhaupt von diesem Unternehmen belastet wird. Entscheidend ist die betreffende Mandats- und Lastschriftserie.
Ein Beispiel ist ein Vertrag mit monatlichen Abbuchungen. Die erste eingereichte Lastschrift kann als FRST gekennzeichnet sein, die späteren Abbuchungen als RCUR. Eine bloße Änderung des Betrags macht eine laufende Folgelastschrift nicht automatisch wieder zur Erstlastschrift. Ob eine neue Sequenz beginnt, hängt unter anderem davon ab, ob tatsächlich ein neues Mandat beziehungsweise eine neue Mandatsreferenz verwendet wird.
RCUR: weitere Abbuchungen unter einem wiederkehrenden Mandat
RCUR bezeichnet eine wiederkehrende Lastschrift nach Beginn der Serie. Das Kürzel wird typischerweise bei regelmäßigen Mitgliedsbeiträgen, Raten oder Vertragszahlungen verwendet. Die Abstände müssen sprachlich nicht zwingend „monatlich“ bedeuten; maßgeblich ist, dass weitere Einzüge unter dem wiederkehrenden Mandat vorgesehen sind.
In neueren technischen und bankseitigen Abläufen kann RCUR auch eine größere Rolle spielen, weil nicht jede Einreichung FRST und FNAL noch gesondert verarbeitet. Welche Kennzeichnung zulässig oder erforderlich ist, ergibt sich aus der verwendeten pain.008-Version, der Schnittstellenbeschreibung der Bank und den Vorgaben der Zahlungssoftware. Eine ältere Beispieldatei sollte daher nicht ungeprüft als Vorlage für eine neue Einreichung dienen.
OOFF: genau eine vorgesehene Abbuchung
OOFF ist für einen einzelnen Lastschrifteinzug bestimmt. Nach dieser Einmallastschrift ist keine weitere Abbuchung auf Grundlage derselben einmaligen Sequenz vorgesehen. Soll später erneut eingezogen werden, muss geprüft werden, auf welcher Mandatsgrundlage das geschehen darf und welchen Sequenztyp die beteiligten Systeme verlangen.
OOFF darf nicht mit FRST verwechselt werden: FRST eröffnet eine Serie, OOFF bildet bereits den gesamten einmaligen Einzug ab. Wer eine geplante Reihe von Zahlungen versehentlich mit OOFF beginnt, erzeugt deshalb keine ordnungsgemäß gekennzeichnete wiederkehrende Sequenz.
FNAL: Kennzeichnung des geplanten Serienendes
FNAL bezeichnet die letzte Abbuchung einer wiederkehrenden Lastschriftserie. Das kann beispielsweise die Schlussrate eines Zahlungsplans sein. Das Kürzel beendet jedoch nicht selbst einen Vertrag und ersetzt weder eine Kündigung noch den Widerruf eines Mandats. Es beschreibt lediglich die Position der Lastschrift in der vorgesehenen Sequenz.
Nicht jedes heutige Einreichungsverfahren verlangt oder unterstützt FNAL weiterhin als gesonderte Kennzeichnung. Wird die letzte Rate stattdessen als RCUR verarbeitet, ist das nicht allein anhand des Kontoauszugs als Fehler zu bewerten. Ausschlaggebend sind das eingesetzte Datenformat und die Annahmeregeln der jeweiligen Bank.
Wo die Kürzel in Lastschriftdateien erscheinen
In SEPA-XML-Dateien wird der Sequenztyp über das Datenelement „SeqTp“ abgebildet, typischerweise innerhalb der Zahlungsartinformationen einer pain.008-Lastschriftdatei. Dort steht als Wert FRST, RCUR, OOFF oder FNAL. Die genaue Position und die zulässigen Ausprägungen können von der verwendeten Nachrichtenversion und den technischen Annahmeregeln abhängen.
Für die Zuordnung einer Serie sind außerdem Angaben wie Mandatsreferenz und Gläubiger-Identifikationsnummer relevant. Der Sequenzcode allein identifiziert weder den Vertrag noch das Mandat. Er beschreibt nur, welche Rolle die eingereichte Abbuchung in der Lastschriftfolge hat.
Eine Kennzeichnung in drei Schritten prüfen
- Prüfe zuerst, ob nur eine Abbuchung oder eine Serie vorgesehen ist. Bei genau einem Einzug kommt OOFF in Betracht; bei mehreren Einzügen handelt es sich um eine wiederkehrende Folge.
- Ordne bei einer Serie die Position der Zahlung ein: erster Einzug, laufende Folge oder geplante Schlussabbuchung. Daraus ergeben sich dem klassischen Modell nach FRST, RCUR oder FNAL.
- Vergleiche das Ergebnis mit der Dokumentation deiner Bank oder Zahlungssoftware zur verwendeten pain.008-Version. Verlangt das System für wiederkehrende Einzüge durchgehend RCUR, darf die historische Abfolge nicht gegen die technische Annahmeregel durchgesetzt werden.
Wurde eine Lastschrift zurückgewiesen, lässt sich der nächste Code nicht allein aus dem ursprünglichen Kürzel ableiten. Ob FRST wiederholt oder RCUR erwartet wird, kann vom Verarbeitungsstatus und vom eingesetzten Verfahren abhängen. In diesem Fall sind der Rückgabestatus und die Einreichungsvorgaben der Bank die maßgeblichen Prüfpunkte.
Was sich aus FRST, RCUR, OOFF und FNAL nicht ablesen lässt
Die vier Codes bestätigen nicht, dass ein Mandat wirksam vorliegt, der Betrag korrekt ist oder das Konto ausreichend gedeckt sein wird. Sie beweisen ebenso wenig, dass eine vertragliche Forderung berechtigt ist. Ihre Aussage beschränkt sich auf die technische Einordnung als erster, wiederkehrender, einmaliger oder letzter Einzug.
Wer einen unerwarteten Code auf einer Zahlungsdatei oder in einer Software sieht, sollte daher zwei Ebenen getrennt prüfen: Passt die Kennzeichnung zur vorgesehenen Zahlungsfolge, und erfüllt die Lastschrift unabhängig davon alle vertraglichen und technischen Voraussetzungen? Erst beide Prüfungen zusammen ergeben eine belastbare Einordnung.