Was Embarkation Station auf dem Deckplan zeigt: wo Rettungsboote und Rettungsinseln bestiegen werden

Lesedauer: 4 Min
Aktualisiert: 27. Oktober 2026 03:29
Transparenz: Bei der Erstellung dieses Beitrags kam generative KI zum Einsatz.

Die Kennzeichnung Embarkation Station bezeichnet auf einem Schiffsdeckplan den vorgesehenen Bereich, an dem Personen im Notfall ein Rettungsboot oder eine Rettungsinsel besteigen. Sie zeigt damit eine Einstiegsstelle für Überlebensfahrzeuge und nicht automatisch den ersten Treffpunkt nach einem Alarm. Maßgeblich bleiben die Sicherheitsinformationen an Bord, die Kabinenkarte und die Anweisungen der Besatzung.

Was die Bezeichnung auf dem Deckplan bedeutet

Embarkation bedeutet in diesem Zusammenhang das Einsteigen beziehungsweise Einschiffen. Die Station liegt gewöhnlich dort, wo ein bestimmtes Rettungsmittel unter den vorgesehenen Bedingungen zugänglich gemacht und besetzt werden kann. Auf einem Deckplan kann sie deshalb in der Nähe des Bootsdecks, einer Aussetzvorrichtung oder eines für Rettungsinseln vorgesehenen Bereichs eingetragen sein.

Die Markierung beschreibt eine Funktion, aber nicht zwingend einen frei zugänglichen Warteplatz. Türen, Treppen oder einzelne Deckabschnitte können im Notfall durch die Besatzung geführt, freigegeben oder anders genutzt werden als im normalen Bordbetrieb. Auch das zugewiesene Rettungsmittel und der Weg dorthin können vom jeweiligen Schiff und von der Notfallsituation abhängen.

Embarkation Station und Muster Station sind nicht immer derselbe Ort

Eine Muster Station ist die zugewiesene Sammelstation, an der Passagiere oder Besatzungsmitglieder nach einem entsprechenden Alarmsignal beziehungsweise einer Durchsage zusammenkommen. Dort können Anwesenheit, Informationen und weitere Maßnahmen organisiert werden. Die Embarkation Station ist dagegen der Bereich für das tatsächliche Besteigen des Rettungsmittels.

Beide Funktionen können räumlich nahe beieinanderliegen oder auf einem Schiff zusammenfallen. Sie können aber auch getrennt sein: Zuerst erfolgt die Sammlung an der Muster Station, anschließend führt die Besatzung die Gruppe bei Bedarf zur Einstiegsstelle. Aus der englischen Bezeichnung auf einem allgemeinen Deckplan lässt sich deshalb nicht ableiten, dass Du bei jedem Alarm sofort dorthin gehen sollst.

Rettungsboot und Rettungsinsel: Der Einstieg kann unterschiedlich organisiert sein

Bei einem Rettungsboot verweist die Einstiegsstation typischerweise auf den Bereich, in dem die zugewiesenen Personen in das Boot gelangen. Wie das Boot bereitgestellt, besetzt und ausgesetzt wird, hängt von seiner Bauart und der Anlage des Schiffes ab.

Bei Rettungsinseln ist die Lage ebenfalls schiffsabhängig. Eine Insel kann an einem vorgesehenen Bereich bestiegen werden; je nach Anordnung und Notfallverfahren kann der Zugang jedoch anders organisiert sein als bei einem davitgestützten Rettungsboot. Eine Markierung für Rettungsinseln darf daher nicht ohne weitere Angaben als Station für jedes an Bord vorhandene Rettungsmittel verstanden werden.

Entscheidend ist die Zuordnung auf der persönlichen Sicherheitsinformation. Dort können eine Stationskennung, ein Buchstabe oder eine Nummer sowie der vorgesehene Fluchtweg angegeben sein. Stimmen solche Angaben nicht mit einer flüchtigen Interpretation des öffentlichen Deckplans überein, haben die Bordunterlagen und Anweisungen der Besatzung Vorrang.

Welche Information Du für den Notfall wirklich brauchst

  1. Sieh auf der Sicherheitskarte in oder an Deiner Kabine nach, welche Sammelstation Dir zugewiesen ist.
  2. Präge Dir den eingezeichneten Fluchtweg und mindestens einen möglichen Ausweichweg ein, soweit die Bordhinweise einen solchen zeigen.
  3. Achte bei der Sicherheitsunterweisung darauf, ob Sammel- und Einstiegsstation getrennt sind.
  4. Gehe bei einem Alarm nicht allein aufgrund der Aufschrift Embarkation Station zu einem Rettungsboot. Folge dem Alarmverfahren, den Durchsagen, der Beschilderung und den Weisungen der Besatzung.
  5. Frage die Besatzung frühzeitig, wenn die Stationskennung auf Deiner Kabinenkarte fehlt, unleserlich ist oder Du den vorgesehenen Weg wegen eingeschränkter Mobilität nicht benutzen kannst.

Woran sich die richtige Station erkennen lässt

Die englische Beschriftung kann zusammen mit einer Stationsnummer, einem Buchstaben, einem Rettungsboot- oder Rettungsinselsymbol erscheinen. Farbe und grafische Gestaltung sind nicht auf jedem Deckplan identisch. Eine ähnlich aussehende Bootsmarkierung kann außerdem lediglich die Lage eines Rettungsmittels darstellen, ohne einen Passagierweg oder eine persönliche Zuweisung festzulegen.

Anleitung
1Sieh auf der Sicherheitskarte in oder an Deiner Kabine nach, welche Sammelstation Dir zugewiesen ist.
2Präge Dir den eingezeichneten Fluchtweg und mindestens einen möglichen Ausweichweg ein, soweit die Bordhinweise einen solchen zeigen.
3Achte bei der Sicherheitsunterweisung darauf, ob Sammel- und Einstiegsstation getrennt sind.
4Gehe bei einem Alarm nicht allein aufgrund der Aufschrift Embarkation Station zu einem Rettungsboot. Folge dem Alarmverfahren, den Durchsagen, der Beschilderung und den W….
5Frage die Besatzung frühzeitig, wenn die Stationskennung auf Deiner Kabinenkarte fehlt, unleserlich ist oder Du den vorgesehenen Weg wegen eingeschränkter Mobilität nicht….

Prüfe deshalb immer drei Angaben gemeinsam: die genaue Stationsbezeichnung, die Kennung auf Deiner Sicherheitskarte und den dargestellten Weg. Fehlt eine Übereinstimmung oder ist der Plan nicht eindeutig, ist die zuständige Besatzung die richtige Anlaufstelle. Die Kennzeichnung dient der Orientierung; sie ersetzt weder die Sicherheitsunterweisung noch die Einsatzleitung im tatsächlichen Notfall.

Der Zweck des Deckplans entscheidet über die Aussagekraft

Eine Kennzeichnung Embarkation Station kann auf einem für Passagiere bestimmten Orientierungsplan stehen, aber auch Teil eines Sicherheits- oder Einsatzplans für die Besatzung sein. In einem solchen Plan dokumentiert sie vor allem, wo Rettungsmittel besetzt werden können und welche Bereiche bei einer Evakuierung relevant sind. Daraus folgt nicht zwingend, daß dieser Weg für Passagiere offen ist oder daß sie diesen Bereich selbständig aufsuchen sollen.

Besonders bei Plänen hinter Glas, in Crewbereichen oder an technischen Zugängen sollte die Markierung daher als Lageinformation gelesen werden. Für die persönliche Reaktion bei einem Alarm zählen weiterhin die eigene Stationszuweisung, die Durchsagen und die Führung durch die Besatzung.

Das Team hinter den Beiträgen

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Autor bei Zeichencheck.de

Jan Peters

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Autorin bei Zeichencheck.de

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