BSPP und G-Gewinde bezeichnen dasselbe zylindrische Whitworth-Rohrgewinde. Es dichtet nicht über die Gewindeflanken, sondern über eine separate Dichtung an der Stirnfläche oder an einer dafür vorgesehenen Dichtkante. Deshalb reicht es nicht aus, die Verbindung einfach nur festzuziehen.
Was bedeutet BSPP beziehungsweise G-Gewinde?
BSPP steht für „British Standard Pipe Parallel“. Die Kurzbezeichnung G stammt aus der europäischen Kennzeichnung und beschreibt ebenfalls ein zylindrisches Rohrgewinde nach ISO 228. Beide Begriffe können daher für dieselbe Gewindeart verwendet werden.
Die Größenangabe, etwa G 1/4 oder G 1/2, bezieht sich nicht auf den tatsächlich gemessenen Außendurchmesser des Gewindes. Sie geht auf historische Rohr-Nennweiten zurück. Ein G-1/2-Gewinde misst außen deshalb ungefähr 21 Millimeter und nicht 12,7 Millimeter.
Warum braucht das Gewinde eine Dichtung?
Bei einem zylindrischen Gewinde bleiben die Gewindeflanken beim Zusammenschrauben parallel. Anders als bei einem konischen R- oder NPT-Gewinde verkeilen sie sich nicht zunehmend. Das Gewinde erzeugt somit die mechanische Haltekraft, aber keine zuverlässige Abdichtung des Mediums.
Die Abdichtung übernimmt je nach Anschluss eine Flachdichtung, ein Dichtring, ein O-Ring oder eine metallische Dichtfläche. Die passende Lösung hängt von der Bauform des Anschlusses ab. Eine Dichtung gehört beispielsweise zwischen Anschlusskörper und Gegenstück, nicht automatisch auf das Gewinde.
Wo sitzt die Dichtung?
Bei einem Anschluss mit sichtbarer Dichtfläche liegt die Dichtung an der Stirnseite des Gewindes. Bei anderen Ausführungen sitzt ein O-Ring in einer Nut oder eine gebundene Dichtung unter einer Überwurfmutter. Die Dichtstelle muss sauber, plan und frei von Beschädigungen sein.
Dichtmittel wie Hanf, PTFE-Band oder Gewindedichtpaste sind bei einem reinen G-Gewinde nicht grundsätzlich die richtige Wahl. Sie können eine vorgesehene Flachdichtung ersetzen oder deren Sitz beeinträchtigen. Entscheidend ist daher die Anschlussform und nicht allein die Gewindegröße.
G-Gewinde und konische Gewinde unterscheiden
Ein G-Gewinde besitzt über seine gesamte Länge denselben Durchmesser. Ein R-Gewinde verjüngt sich dagegen und kann durch das Einschrauben eine Abdichtung über die Gewindeflanken herstellen. Beide Systeme sehen ähnlich aus, sind aber für unterschiedliche Dichtprinzipien ausgelegt.
Auch ein passendes Gewinde garantiert keine dichte Verbindung, wenn Dichtfläche, Dichtung oder Gegenstück nicht zusammenpassen. Bei Wasser, Druckluft, Gas oder Hydraulik solltest du deshalb die Anschlussdaten des Herstellers prüfen und eine undichte Verbindung nicht einfach weiter festziehen.
Was ist bei der Montage wichtig?
- Gewindegröße und Gewindeart identifizieren.
- Prüfen, welche Dichtfläche und welcher Dichtungstyp vorgesehen sind.
- Dichtflächen reinigen und die Dichtung ohne Verdrehung einsetzen.
- Verbindung handfest ansetzen und mit passendem Werkzeug nach Herstellerangabe anziehen.
- Nach der Montage auf Dichtheit prüfen, bevor Druck oder Medium vollständig anliegt.
Zeigt sich danach Feuchtigkeit, ein Druckabfall oder eine Blasenbildung bei der Prüfung, muss die Verbindung entlastet und kontrolliert werden. Eine zusätzliche Umdrehung behebt eine falsch gewählte oder beschädigte Dichtung meist nicht.
Fragen und Antworten zum BSPP- und G-Gewinde
Kann ein BSPP-Gewinde allein durch starkes Anziehen dicht werden?
Nein, ein zylindrisches G-Gewinde dichtet normalerweise nicht zuverlässig über seine Gewindeflanken. Zu starkes Anziehen kann stattdessen das Gewinde, den Anschlusskörper oder die Dichtfläche beschädigen, ohne die eigentliche Ursache der Undichtheit zu beseitigen.
Welche Dichtung passt zu einem G 1/4- oder G 1/2-Anschluss?
Die Gewindegröße allein bestimmt nicht den Dichtungstyp. Entscheidend ist, ob der Anschluss für eine Flachdichtung, einen O-Ring, eine gebundene Dichtung oder eine metallische Dichtfläche ausgelegt ist; die Bauform und die Herstellerangabe geben darüber Auskunft.
Darf ich PTFE-Band auf einem BSPP-Gewinde verwenden?
Bei einer Verbindung, die über eine Stirnfläche oder einen O-Ring abdichtet, ist PTFE-Band am Gewinde meist nicht vorgesehen und kann den korrekten Sitz stören. Es kommt nur infrage, wenn der konkrete Anschlusshersteller eine Gewindeabdichtung ausdrücklich zulässt und keine separate Dichtung vorgesehen ist.
Woran erkenne ich, ob ein Anschluss ein G-Gewinde oder ein konisches R-Gewinde besitzt?
Ein G-Gewinde bleibt über seine Länge zylindrisch, während sich ein R-Gewinde zum Ende hin verjüngt. Für eine sichere Zuordnung reichen Blick und Größenangabe jedoch nicht immer aus, weil Anschlussformen ähnlich aussehen können; bei Unsicherheit helfen technische Daten oder eine fachkundige Prüfung.
Was bedeutet es, wenn ein G-Gewinde nach dem Einsetzen der Dichtung weiterhin tropft?
Dann kommen unter anderem eine beschädigte oder falsch dimensionierte Dichtung, eine verschmutzte Dichtfläche oder ein schief angesetztes Gegenstück infrage. Entlaste die Verbindung, prüfe diese Punkte und montiere sie korrekt neu, statt sie unter Druck weiter festzuziehen.
Ist eine undichte BSPP-Verbindung bei Wasser weniger kritisch als bei Gas oder Hydraulik?
Das Risiko hängt vom Medium, Druck und Einsatzbereich ab, nicht nur von der sichtbaren Menge der Leckage. Bei Gas, Hydraulik oder unter hohem Druck solltest du die Anlage sicher drucklos machen und die Prüfung oder Reparatur einer dafür qualifizierten Fachperson überlassen.
Wie prüfe ich eine neu montierte G-Gewinde-Verbindung sicher auf Dichtheit?
Kontrolliere zunächst bei druckloser Verbindung den Sitz der Dichtung und beaufschlage das System anschließend nur nach den Vorgaben des Herstellers. Beobachte die Verbindung auf Feuchtigkeit, Druckabfall oder – bei geeigneten Druckluftanwendungen – Blasenbildung; tritt ein Leck auf, muss die Verbindung wieder entlastet und die Dichtstelle überprüft werden.