Blow-out-Ring an einer Pipette entschlüsselt – warum der letzte Kolbenweg Flüssigkeitsreste ausstößt

Lesedauer: 3 Min
Aktualisiert: 15. Juli 2026 05:05

Der Blow-out-Ring an einer Pipette kennzeichnet den letzten Kolbenweg zum Ausstoßen von Flüssigkeitsresten. Er wird vor allem bei Ausblaspipetten verwendet: Nach dem normalen Abgabehub drückst du den Kolben bis zum zusätzlichen Anschlag, damit die Spitze möglichst vollständig entleert wird.

Was bedeutet der Blow-out-Ring?

Der Ring oder die Markierung zeigt, dass die Pipette einen zusätzlichen Ausstoßhub besitzt. Dieser letzte Kolbenweg gehört nicht zum normalen Messvolumen, sondern dient dazu, Restflüssigkeit aus der Spitze zu entfernen. Dadurch wird das vorgesehene Volumen genauer abgegeben.

Der Hinweis sitzt meist am Kolben, auf der Pipette oder in der Bedienkennzeichnung. Häufig ist er mit einer zweiten Druckstufe verbunden: Der erste Anschlag dient zum Aufnehmen und Dosieren, der zweite Anschlag zum Ausblasen der verbleibenden Flüssigkeit.

So verwendest du die Markierung richtig

  1. Drücke den Kolben zunächst bis zum ersten Anschlag und tauche die Spitze passend in die Flüssigkeit ein.
  2. Lass den Kolben kontrolliert zurückkommen, damit die Flüssigkeit gleichmäßig aufgenommen wird.
  3. Setze die Spitze an der Gefäßwand an und drücke bis zum ersten Anschlag, um das Messvolumen abzugeben.
  4. Drücke anschließend über den ersten Anschlag hinaus bis zum zweiten Anschlag. Der zusätzliche Hub bläst den Rest aus der Spitze.

Das Ausblasen sollte nur bei Pipetten und Spitzen erfolgen, die dafür vorgesehen sind. Bei einer Ausblaspipette gehört der Restausstoß zur korrekten Bedienung. Bei einer Präzisionspipette mit Luftpolster kann ein zusätzliches Durchdrücken dagegen die Dosierung verfälschen.

Blow-out-Ring und andere Markierungen unterscheiden

Ein Blow-out-Hinweis ist kein Zeichen für eine Störung und auch keine Füllstandsmarkierung. Entscheidend sind der zweite Kolbenanschlag, die Beschriftung der Pipette und die zugehörige Bedienungsanleitung. Auch die Spitze muss zur Pipettenart passen. Fehlt ein klarer zweiter Anschlag, solltest du den Kolben nicht mit Gewalt weiterdrücken.

Für genaue Ergebnisse zählen außerdem die richtige Eintauchtiefe, eine gleichmäßige Bewegung und das senkrechte Halten beim Aufnehmen. Bei kleinen Volumen können schon Reste an der Spitzenwand das Ergebnis beeinflussen.

Häufige Fragen zum Blow-out-Ring

Ist der Blow-out-Ring bei jeder Pipette nötig?

Nein. Er betrifft vor allem Ausblaspipetten, bei denen die Restflüssigkeit zum abgegebenen Volumen gehört. Bei anderen Pipetten darf der zusätzliche Hub nicht automatisch verwendet werden.

Anleitung
1Drücke den Kolben zunächst bis zum ersten Anschlag und tauche die Spitze passend in die Flüssigkeit ein.
2Lass den Kolben kontrolliert zurückkommen, damit die Flüssigkeit gleichmäßig aufgenommen wird.
3Setze die Spitze an der Gefäßwand an und drücke bis zum ersten Anschlag, um das Messvolumen abzugeben.
4Drücke anschließend über den ersten Anschlag hinaus bis zum zweiten Anschlag. Der zusätzliche Hub bläst den Rest aus der Spitze.

Was passiert, wenn ich den letzten Anschlag nicht drücke?

Dann kann Flüssigkeit in der Spitze zurückbleiben. Das tatsächlich abgegebene Volumen fällt bei einer dafür vorgesehenen Ausblaspipette möglicherweise zu niedrig aus.

Kann ich den Blow-out-Hub bei jeder Spitze anwenden?

Nur wenn Pipette und Spitze dafür ausgelegt sind. Prüfe die Kennzeichnung, den Anschlag und die Anleitung, weil ein ungeeignetes System zu ungenauen Ergebnissen oder Spritzern führen kann.

Ist ein Blow-out-Ring ein Warnzeichen?

Nein, die Markierung beschreibt eine Bedienfunktion. Bei ungewöhnlichem Widerstand, einem fehlenden Anschlag oder beschädigten Teilen solltest du die Pipette nicht weiter benutzen und sie prüfen lassen.

Merke dir: Der Ring weist auf einen zusätzlichen Ausstoßweg hin. Ob du ihn verwenden musst, entscheidet die Pipettenart und nicht allein das Vorhandensein einer Markierung.

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