AU, eAU und Krankmeldung: Was ist der Unterschied?

Lesedauer: 6 Min
Aktualisiert: 17. März 2026 09:18

AU, elektronische AU (eAU) und Krankmeldung bezeichnen alle eine Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit, unterscheiden sich aber in Form, Weg und Nutzung. Entscheidendes Kriterium ist, ob du gesetzlich oder privat versichert bist und ob dein Arbeitgeber bereits das digitale Verfahren nutzt.

AU ist der ärztliche Nachweis deiner Arbeitsunfähigkeit, eAU ist die digitale Übermittlung dieser Daten an die Krankenkasse, und Krankmeldung ist nur die Mitteilung an den Arbeitgeber, dass du arbeitsunfähig bist. Zuerst musst du dich immer selbst beim Arbeitgeber krankmelden, danach folgt je nach Dauer und Regelung die AU bzw. eAU.

Was bedeutet AU?

AU steht für Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, also den Schein vom Arzt, dass du arbeitsunfähig bist. In Deutschland ist sie die rechtliche Grundlage für Entgeltfortzahlung und Krankengeld.

Bei gesetzlich Versicherten wird die AU in der Regel elektronisch an die Krankenkasse gemeldet, bei Privatversicherten meist weiter in Papierform genutzt. Der Arbeitgeber braucht die Information, dass du arbeitsunfähig bist, und unter bestimmten Bedingungen auch einen Nachweis.

Was ist die eAU?

Die eAU ist die elektronische Form der Arbeitsunfähigkeitsdaten, die die Arztpraxis digital an die gesetzliche Krankenkasse übermittelt. Der Arbeitgeber ruft diese Informationen dann bei der Kasse ab.

Du musst keine gelben Scheine mehr per Post an die Krankenkasse schicken, wenn das eAU-Verfahren richtig läuft. Trotzdem bleibst du verpflichtet, dich rechtzeitig krankzumelden und die Praxis aufzusuchen, damit die Arbeitsunfähigkeit ärztlich festgestellt wird.

Was bedeutet Krankmeldung beim Arbeitgeber?

Krankmeldung ist die reine Information an deinen Arbeitgeber, dass du heute oder für einen bestimmten Zeitraum arbeitsunfähig bist. Sie ist zunächst unabhängig davon, ob schon eine AU oder eAU vorliegt.

Die Meldung musst du in der Regel unverzüglich, oft am selben Arbeitstag zu Beginn der Arbeitszeit, telefonisch, per E-Mail oder nach betrieblicher Regelung absetzen. Ab welchem Tag ein ärztlicher Nachweis verlangt wird, ergibt sich aus Gesetz, Arbeitsvertrag oder Betriebsvereinbarung.

Typische Praxisabläufe

Im Alltag greifen Krankmeldung, AU und eAU ineinander. Entscheidend ist der zeitliche Ablauf und wer welche Information erhält.

Anleitung
1Du fühlst dich krank und kannst nicht arbeiten.
2Du meldest dich direkt beim Arbeitgeber arbeitsunfähig (Krankmeldung).
3Du gehst – falls nötig – zum Arzt, der die Arbeitsunfähigkeit feststellt (AU).
4Die Praxis sendet bei gesetzlich Versicherten die eAU an die Krankenkasse.
5Der Arbeitgeber ruft die eAU-Daten bei der Krankenkasse ab, wenn er sie braucht.

  1. Du fühlst dich krank und kannst nicht arbeiten.
  2. Du meldest dich direkt beim Arbeitgeber arbeitsunfähig (Krankmeldung).
  3. Du gehst – falls nötig – zum Arzt, der die Arbeitsunfähigkeit feststellt (AU).
  4. Die Praxis sendet bei gesetzlich Versicherten die eAU an die Krankenkasse.
  5. Der Arbeitgeber ruft die eAU-Daten bei der Krankenkasse ab, wenn er sie braucht.

Praxisbeispiele

Praxisbeispiel 1: Gesetzlich Versicherter im Bürojob. Du meldest dich morgens per Telefon krank, weil du starke Kopfschmerzen hast. Hält die Krankheit länger an oder verlangt der Arbeitgeber ab Tag 1 einen Nachweis, gehst du zum Arzt, der die AU feststellt und als eAU an die Krankenkasse übermittelt. Dein Arbeitgeber erfährt die Daten über den elektronischen Abruf.

Praxisbeispiel 2: Privatversicherte Angestellte. Du meldest dich krank und gehst zum Arzt. Du erhältst eine Papierbescheinigung und musst diese selbst an Arbeitgeber und ggf. private Krankenversicherung senden, weil die eAU-Schnittstelle hier meist nicht genutzt wird.

Praxisbeispiel 3: Kurze Erkrankung ohne Arztbesuch. Der Arbeitgeber akzeptiert laut Vertrag bis zu zwei Krankheitstage ohne ärztliche Bescheinigung. Du meldest dich nur krank, es gibt weder AU noch eAU, und du bist nach zwei Tagen wieder arbeitsfähig.

Wichtige Unterschiede im Überblick

AU ist der medizinisch-rechtliche Nachweis der Arbeitsunfähigkeit, eAU ist nur die digitale Übertragungsform dieser Daten, und Krankmeldung ist die Mitteilung an den Arbeitgeber. Die Krankmeldung erfolgt immer durch dich selbst, die AU wird vom Arzt erstellt, die eAU läuft im Hintergrund zwischen Praxis, Krankenkasse und Arbeitgeber.

Wer gesetzlich versichert ist, erlebt immer häufiger das eAU-Verfahren, während in privaten Strukturen und Sonderfällen Papierbescheinigungen eine zentrale Rolle spielen. Entscheidend bleibt, die internen Vorgaben deines Arbeitgebers zu beachten und Fristen für Meldung und Nachweis einzuhalten.

Häufige Fragen zur AU, eAU und Krankmeldung

Wie melde ich mich richtig krank beim Arbeitgeber?

Sie informieren Ihren Arbeitgeber so früh wie möglich, idealerweise vor Arbeitsbeginn, über Ihre Arbeitsunfähigkeit und die voraussichtliche Dauer. Das geht je nach betrieblicher Regel telefonisch, per E-Mail, Chat oder über ein internes Tool, die Form legt Ihr Arbeitgeber fest.

Wann brauche ich eine AU-Bescheinigung vom Arzt?

Spätestens ab dem Tag, den Ihr Arbeitgeber in einer Betriebsvereinbarung, im Arbeitsvertrag oder in internen Richtlinien festgelegt hat, benötigen Sie eine ärztliche Bescheinigung. Spätestens ab dem vierten Kalendertag haben Sie gesetzlich Anspruch auf eine Krankschreibung, der Arbeitgeber darf sie aber auch schon ab dem ersten Tag verlangen.

Was ändert sich für mich durch die eAU?

Für gesetzlich Versicherte sendet die Praxis die Bescheinigung digital an die Krankenkasse, die Arbeitgeber rufen die Daten dann selbst elektronisch ab. Sie müssen nur noch die Arbeitsunfähigkeit melden und müssen in der Regel keinen gelben Schein mehr an die Krankenkasse schicken.

Brauche ich trotz eAU noch eine Papierbescheinigung?

In vielen Fällen erhalten Sie weiterhin einen Ausdruck für Ihre Unterlagen oder als Nachweis, etwa bei Nebenjobs oder privaten Versicherungen. Für den normalen Meldeweg zwischen Arztpraxis, Krankenkasse und Arbeitgeber genügt bei gesetzlich Versicherten meistens die elektronische Übermittlung.

Gilt die eAU auch für privat Versicherte?

Für privat Versicherte ist die digitale Übermittlung an die Krankenkassen bisher nicht flächendeckend vorgesehen. Sie erhalten in der Regel weiterhin eine Papierbescheinigung und leiten diese selbst an Versicherer und Arbeitgeber weiter, sofern dies verlangt wird.

Muss ich meinem Arbeitgeber Diagnose-Daten mitteilen?

Auf der Bescheinigung für den Arbeitgeber steht nur, dass und wie lange Sie arbeitsunfähig sind, nicht aber die Diagnose. Sie müssen dem Arbeitgeber keine Angaben zur Art der Erkrankung machen, solange keine besonderen gesetzlichen Pflichten greifen, etwa in bestimmten Gesundheitsberufen.

Was passiert, wenn die eAU technisch nicht abrufbar ist?

Bei Störungen im digitalen System können Praxen zusätzlich einen Papierausdruck ausstellen, den Sie Ihrem Arbeitgeber zur Verfügung stellen. Arbeitgeber sollten interne Prozesse haben, um Arbeitsunfähigkeiten auch bei technischen Problemen rechtssicher zu dokumentieren.

Wie gehe ich mit Krankmeldungen bei Minijob oder Nebenjob um?

Auch in Minijobs und Nebenjobs müssen Sie sich umgehend krankmelden und auf Verlangen eine Bescheinigung vom Arzt vorlegen. Es kann sinnvoll sein, für jeden Arbeitgeber einen eigenen Nachweis aufzubewahren, falls es bei der elektronischen Übertragung zu Abweichungen kommt.

Welche Pflichten habe ich gegenüber der Krankenkasse?

Bei gesetzlich Versicherten übermittelt die Praxis die Daten per eAU, Sie müssen aber daran mitwirken, indem Sie rechtzeitig zum Arzt gehen und die Krankmeldung nicht hinauszögern. Bei längeren Erkrankungen sollten Sie auf Bescheinigungen zum Krankengeld achten und Fristen der Krankenkasse einhalten.

Wie lange darf ich krankgeschrieben werden?

Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit legt die Ärztin oder der Arzt nach medizinischer Einschätzung fest, bei Bedarf auch in mehreren Abschnitten. Ab sechs Wochen kann Krankengeld von der Krankenkasse relevant werden, und bei sehr langen Verläufen sind weitere Nachweise und Prüfungen üblich.

Wie unterscheiden sich AU, eAU und die Meldung an den Arbeitgeber?

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist der medizinische Nachweis, die elektronische Variante überträgt diese Daten digital zwischen Praxis, Krankenkasse und Arbeitgeber. Die Krankmeldung beim Arbeitgeber bleibt ein eigener Schritt, bei dem Sie selbst den Ausfall mitteilen und interne Vorgaben beachten.

Fazit

Wer die Unterschiede zwischen ärztlicher Bescheinigung, elektronischer Übertragung und Meldung im Betrieb kennt, kann Ausfälle rechtssicher und ohne Zeitverlust organisieren. Melden Sie sich früh, gehen Sie rechtzeitig zum Arzt und beachten Sie die Vorgaben Ihres Arbeitgebers. So bleiben Lohnfortzahlung, Krankengeld und Dokumentation auch im digitalen Zeitalter stabil geregelt.

Das Team hinter den Beiträgen

Hinter unseren Beiträgen stehen zwei Autoren, die Zeichen, Symbole, Leuchtanzeigen, Fehlercodes und Textmeldungen verständlich einordnen. So bekommst du schnelle, klare Antworten ohne unnötige Umwege.

Autor bei Zeichencheck.de

Jan Peters

Zeichen, Fehlercodes & Leuchtanzeigen

Ich beschäftige mich seit Jahren mit Zeichen, Symbolen, Anzeigen und Meldungen, die im Alltag plötzlich Fragen aufwerfen. Mich interessiert vor allem, wie man auch technische oder auf den ersten Blick unklare Hinweise schnell verständlich erklären kann.

Bei Zeichencheck.de schreibe ich vor allem über Fehlercodes, Leuchtanzeigen, Symbole und textbasierte Meldungen. Mein Ziel ist, dass du ohne langes Suchen sofort verstehst, was ein Zeichen bedeutet und wie du es einordnen kannst.

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Autorin bei Zeichencheck.de

Mira Hoffmann

Schilder, Kennzeichnungen & Prüfzeichen

Ich mag klare Sprache und einfache Erklärungen für Dinge, die im Alltag oft unnötig kompliziert wirken. Deshalb schreibe ich bei Zeichencheck.de über Schilder, Kennzeichnungen, Prüfzeichen, Symbole und viele andere Zeichen, die Menschen schnell verstehen möchten.

Mir ist wichtig, dass Inhalte nicht technisch oder trocken klingen, sondern direkt weiterhelfen. Wenn du ein unbekanntes Zeichen siehst und wissen willst, was dahintersteckt, sollst du hier möglichst schnell eine verständliche Antwort finden.

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1 Gedanke zu „AU, eAU und Krankmeldung: Was ist der Unterschied?“

  1. Hier würde mich Feedback aus der Praxis interessieren:
    Je nach Ausgangslage fallen die Erfahrungen hier oft ziemlich unterschiedlich aus – genau deshalb sind Vergleichswerte spannend.
    Wie viel Aufwand hat dich das Thema am Ende wirklich gekostet?

    Was würdest du jemandem raten, der sich gerade erst damit beschäftigt?
    Wenn du gerade an dem Thema dran bist, poste gern kurz, was bei dir gut funktioniert hat – oder was noch offen ist.

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