Bei einer Prüfplakette mit Monatsring ergibt sich der nächste Prüftermin gewöhnlich aus zwei Angaben: dem markierten Monat am äußeren Ring und dem zugehörigen Jahr im Innenfeld. Entscheidend ist zusätzlich der Aufdruck, denn manche Plaketten nennen die nächste fällige Prüfung, andere dokumentieren den Monat der bereits ausgeführten Prüfung.
Monat und Jahr auf der Plakette finden
Am Rand der Prüfplakette stehen die Monate meist als Zahlen von 1 bis 12. Die Zahl 1 bezeichnet Januar, die Zahl 6 Juni und die Zahl 12 Dezember. Eine Lochung, Kerbe, Markierung oder ausgesparte Stelle kennzeichnet den maßgeblichen Monat.
Das Prüfjahr steht häufig in der Mitte. Je nach Gestaltung erscheint es vierstellig, beispielsweise 2027, oder verkürzt mit den letzten beiden Ziffern, etwa 27. Sind mehrere Jahre vorgedruckt, wird auch das zutreffende Jahr durch Lochung oder Markierung ausgewählt.
- Lies zuerst den Text im Innenfeld oder am Rand: Steht dort sinngemäß „Nächste Prüfung“, „Prüfung fällig“ oder „gültig bis“, bezeichnet die Markierung den kommenden Termin beziehungsweise das Ende des angegebenen Prüfzeitraums.
- Suche im Monatsring die gelochte, eingekerbte oder anderweitig hervorgehobene Zahl.
- Ordne diese Monatszahl dem Jahr im Innenfeld oder der markierten Jahreszahl zu.
- Prüfe, ob ein genaues Tagesdatum zusätzlich auf einem Prüfbericht, Geräteetikett oder Wartungsnachweis angegeben ist.
Beispiel: Ist im Monatsring die 9 markiert und im Innenfeld steht 2027, verweist die Plakette auf September 2027. Ob die Prüfung bis zum Monatsende erfolgen darf oder ein bestimmter Tag gilt, lässt sich aus einer reinen Monatsplakette nicht immer ableiten.
Der Aufdruck entscheidet zwischen letzter und nächster Prüfung
Die farbige Markierung allein sagt nicht zuverlässig, ob sie einen vergangenen oder kommenden Termin bezeichnet. Eine Plakette mit dem Wort „geprüft“ kann den Zeitpunkt der letzten Prüfung dokumentieren. Eine Kennzeichnung wie „nächste Prüfung“ oder „gültig bis“ richtet den Blick dagegen auf den nächsten Termin.
Fehlt eine eindeutige Beschriftung, helfen der Prüfbericht, das Wartungsbuch oder die Inventarnummer des Arbeitsmittels weiter. Aus dem markierten Monat darf nicht ohne Weiteres ein Prüfintervall von einem Jahr abgeleitet werden. Abstände können vom Arbeitsmittel, seiner Nutzung, der Gefährdungsbeurteilung, einer Vorschrift oder betrieblichen Festlegung abhängen.
Warum die Position im Monatsring nicht überall gleich gelesen wird
Bei vielen allgemeinen Prüf- und Wartungsplaketten zählt die tatsächlich markierte Zahl. Es ist nicht erforderlich, die Plakette gedanklich zu drehen oder automatisch die oben stehende Zahl zu verwenden. Die Gestaltung ist nicht bei allen Herstellern und Einsatzzwecken identisch.
Eine bekannte Sonderform ist die deutsche HU-Plakette am hinteren Kraftfahrzeugkennzeichen. Dort bezeichnet die oben stehende Monatszahl den Fälligkeitsmonat der Hauptuntersuchung; die Jahreszahl steht in der Mitte. Die schwarzen Balken am Rand unterstützen die schnelle Erkennung der Ausrichtung. Dieses Ableseprinzip darf nicht ungeprüft auf Geräte-, Wartungs- oder Inventarplaketten übertragen werden.
Unleserliche oder widersprüchliche Prüfplaketten
Eine beschädigte, überklebte oder mehrfach gelochte Plakette liefert keinen verlässlichen Termin. Gleiches gilt, wenn die Plakette einen anderen Monat zeigt als der zugehörige Prüfbericht. In solchen Fällen ist die dokumentierte Prüfung über die Geräte- oder Inventarnummer bei der zuständigen betrieblichen Stelle zuzuordnen.
- Ist Monat und Jahr eindeutig markiert, lässt sich der ausgewiesene Prüfzeitraum direkt ablesen.
- Ist nur der Monat erkennbar, muss das Jahr im Prüfbericht oder Wartungsnachweis geprüft werden.
- Ist nicht klar, ob die letzte oder die nächste Prüfung gemeint ist, entscheidet die Beschriftung beziehungsweise die zugehörige Dokumentation.
- Ist der ausgewiesene Zeitraum bereits erreicht oder überschritten, sollte das Arbeitsmittel nicht allein aufgrund einer Vermutung weiter als geprüft gelten. Maßgeblich sind die für seinen Einsatz festgelegten Prüfbedingungen.
Eine Prüfplakette dient vor allem als schnell sichtbare Kennzeichnung. Sie ersetzt in der Regel nicht den Prüfbericht und beweist für sich allein weder den vollständigen Prüfumfang noch den aktuellen sicheren Zustand eines Geräts.