Was bedeutet das Symbol „explosiv“ auf Gefahrstoffen?

Lesedauer: 6 Min
Aktualisiert: 10. März 2026 07:18

Das Gefahrstoffsymbol mit explodierender Bombe warnt vor Stoffen und Gemischen, die sich leicht entzünden und explosionsartig reagieren können. Schon Erschütterung, Hitze, Funken oder falsche Lagerung können eine heftige Reaktion auslösen. Wer dieses Piktogramm sieht, muss Abstand halten, Zündquellen meiden und die Sicherheitshinweise auf dem Etikett strikt beachten.

Das Symbol kennzeichnet vor allem explosive Stoffe, selbstzersetzliche Stoffe und organische Peroxide mit explosionsgefährlichem Verhalten. Es gehört zur GHS-Kennzeichnung (Global Harmonisiertes System) und findet sich auf Chemikalienverpackungen, Transportverpackungen, in Sicherheitsdatenblättern sowie an Lagerorten für Explosivstoffe.

Hauptbedeutung und Einstufung

Die explodierende Bombe steht für ein hohes Gefahrenpotenzial mit plötzlicher Energie- und Druckfreisetzung. Typische Gefahrenklassen sind beispielsweise Sprengstoffe, pyrotechnische Sätze, instabile Gemische oder bestimmte Peroxide.

Wenn dieses Symbol auf einer Verpackung erscheint, bedeutet das:

  • Es besteht erhöhte Gefahr durch Explosion, Flammen, Druck und Splitter.
  • Falsche Lagerung oder Erhitzen kann den Stoff schlagartig zersetzen.
  • Besondere Schutzmaßnahmen (Sicherheitsabstand, Schutzkleidung, Zündquellenverbot) sind erforderlich.

Die Gefahr ist nicht harmlos oder nur beobachtungswürdig, sondern sicherheitskritisch. Der Umgang ist nur mit geeigneter Ausrüstung und unter Beachtung der Schutzvorschriften verantwortbar.

Typische Situationen und Einsatzbereiche

Das Piktogramm mit der explodierenden Bombe tritt vor allem dort auf, wo es um Spreng- und Zündwirkungen geht. Dazu gehören Laborchemikalien, bestimmte Reagenzien im Industrieumfeld, pyrotechnische Produkte und einzelne Spezialklebstoffe oder Härter mit instabilen Bestandteilen.

Wer solche Produkte privat nutzt, sollte immer die Hinweise „kühl lagern“, „vor Erschütterung schützen“ und „von Zündquellen fernhalten“ ernst nehmen. Schon starke Sonneneinstrahlung im Auto kann bei empfindlichen Stoffen kritisch sein.

Was ist bei diesem Symbol zuerst zu tun?

Beim ersten Kontakt mit einem Produkt, das dieses Symbol trägt, sollten einige Schritte in fester Reihenfolge erfolgen:

  1. Etikett vollständig lesen, insbesondere Gefahren- und Sicherheitssätze.
  2. Lagerhinweise und Temperaturangaben beachten.
  3. Für gute Belüftung sorgen und offene Flammen sowie Funkenquellen ausschließen.
  4. Nur die tatsächlich benötigte Menge bereithalten, Rest sicher verschließen.

Im Zweifel ist eine Rückfrage bei der Fachkraft für Arbeitssicherheit oder beim Hersteller sinnvoll, bevor das Produkt verwendet wird.

Praxisnahe Beispiele für das Explosivsymbol

Praxisbeispiel 1: In einem Chemielabor ist ein Reagenz mit explodierender Bombe gekennzeichnet. Es wird ausschließlich im Abzug geöffnet, nur in kleinen Mengen umgesetzt und in einem gekühlten Gefahrstoffschrank gelagert. Dadurch werden Erschütterung, Überhitzung und Funkenbildung reduziert.

Anleitung
1Etikett vollständig lesen, insbesondere Gefahren- und Sicherheitssätze.
2Lagerhinweise und Temperaturangaben beachten.
3Für gute Belüftung sorgen und offene Flammen sowie Funkenquellen ausschließen.
4Nur die tatsächlich benötigte Menge bereithalten, Rest sicher verschließen.

Praxisbeispiel 2: Ein pyrotechnischer Satz für Signaltechnik trägt das Explosivsymbol. Er wird getrennt von Zündern gelagert, in Originalverpackung aufbewahrt und nicht in Wohnräumen gelagert, um im Brandfall die Gefahr für Personen zu vermindern.

Praxisbeispiel 3: In einem Betrieb wird ein organisches Peroxid mit instabilem Verhalten eingesetzt. Es kommt nur in einem speziell ausgewiesenen Raum mit Temperaturüberwachung zum Einsatz. Personal trägt Schutzbrille, hitzebeständige Handschuhe und vermeidet jede unnötige Reibung oder Schläge gegen Behälter.

Abgrenzung zu ähnlichen Gefahrensymbolen

Der Explosivhinweis unterscheidet sich vom Flammensymbol, das brennbare Gase, Flüssigkeiten und Feststoffe markiert. Während die Flamme vor Brandgefahr warnt, zeigt die explodierende Bombe die Möglichkeit einer plötzlichen Druck- und Splitterwirkung an.

Ebenfalls wichtig ist die Abgrenzung zum Symbol mit Flamme über einem Kreis, das brandfördernde Stoffe kennzeichnet. Diese können andere Stoffe stärker brennen lassen, sind aber nicht zwingend selbst explosionsartig instabil. Beim Explosivpiktogramm stehen dagegen Schock-, Stoß- und Temperaturempfindlichkeit im Vordergrund.

Häufige Fragen zum Explosionssymbol auf Gefahrstoffen

Was zeigt das Symbol für explosive Gefahrstoffe genau an?

Das Piktogramm mit der explodierenden Bombe steht für Stoffe, die durch Schlag, Reibung, Wärme oder Feuer plötzlich und heftig reagieren können. Es warnt davor, dass bereits kleine Auslöser schwere Explosionen verursachen können.

Welche Stoffe tragen typischerweise das Explosionssymbol?

Typische Beispiele sind Sprengstoffe, bestimmte Zünder, pyrotechnische Artikel, Treibladungen und einige Laborchemikalien. Auch manche Peroxide oder Trockengemische in der Industrie können so eingestuft sein.

Wie verhalte ich mich, wenn ich einen Kanister mit diesem Symbol sehe?

Du hältst Abstand zu Zündquellen, offener Flamme und starken Wärmequellen und vermeidest Erschütterungen oder Stöße. Außerdem liest du umgehend die Sicherheitsdaten und Kennzeichnungen, um Lagerung, Schutzausrüstung und Notfallmaßnahmen zu kennen.

Welche Schutzkleidung ist bei solchen Gefahrstoffen sinnvoll?

In der Regel gehören Schutzbrille, geeignete Schutzhandschuhe und eng anliegende Arbeitskleidung zur Mindestausstattung. In professionellen Bereichen kommen je nach Risiko zusätzlich Gehörschutz, Gesichtsschutz und antistatische Schuhe hinzu.

Wie müssen Stoffe mit Explosionsgefahr gelagert werden?

Sie werden kühl, trocken, gut belüftet und fern von Zündquellen oder brennbaren Materialien aufbewahrt. Zusätzlich gelten häufig spezielle Lagerräume, Mengenbegrenzungen und rechtliche Vorschriften, die im Betrieb strikt einzuhalten sind.

Dürfen Privatpersonen solche Stoffe überhaupt besitzen?

Für viele explosionsgefährliche Stoffe gilt eine strenge Erlaubnispflicht oder ein völliges Besitzverbot für Privatpersonen. Erlaubt sind oft nur geprüfte Produkte wie Feuerwerkskörper der passenden Kategorie und nur in engen gesetzlichen Grenzen.

Was ist im Notfall bei Brand oder Unfall zu beachten?

Du bringst dich zuerst selbst in Sicherheit, alarmierst die Feuerwehr und weist ausdrücklich auf die explosive Kennzeichnung hin. Eigene Löschversuche mit Wasser oder Feuerlöschern erfolgen nur, wenn dein Arbeitgeber dies in der Gefährdungsbeurteilung vorsieht und du entsprechend geschult bist.

Wie unterscheiden sich explosive Stoffe von entzündbaren Stoffen?

Entzündbare Stoffe brennen, wenn sie sich entzünden, während explosionsgefährliche Stoffe schlagartig enorme Energie freisetzen können. Das führt zu Druckwellen, Splitterflug und deutlich schwereren Schäden.

Welche rechtlichen Vorgaben gelten in Deutschland?

Relevante Vorgaben finden sich im Sprengstoffgesetz, in der Gefahrstoffverordnung sowie in technischen Regeln wie TRGS und DGUV-Regeln. Betriebe müssen Gefährdungsbeurteilungen erstellen, Mitarbeiter unterweisen und die Kennzeichnung nach CLP-Verordnung einhalten.

Wie erkenne ich, ob ein Produkt zusätzlich andere Gefahren hat?

Weitere Gefahren erkennst du an zusätzlichen Gefahrensymbolen und den zugehörigen Gefahrenhinweisen auf dem Etikett. Häufig treten Kombinationen mit Symbolen für Entzündbarkeit, Oxidationswirkung oder akute Toxizität auf.

Dürfen explosive Stoffe zusammen mit anderen Chemikalien gelagert werden?

In vielen Fällen ist eine gemeinsame Lagerung mit brennbaren, oxidierenden oder stark reaktiven Stoffen verboten oder stark eingeschränkt. Die genauen Vorgaben stehen in den Lagerklassen nach TRGS 510 und in den betrieblichen Betriebsanweisungen.

Wie gehe ich im Labor mit kleineren Mengen solcher Stoffe um?

Im Labor gelten strenge Mengenbegrenzungen, genaue Versuchsvorbereitung und geprüftes Schutz-Equipment wie Spritzschutz und Abzug. Arbeiten erfolgen nur nach schriftlicher Arbeitsanweisung, mit dokumentierter Einweisung und klaren Notfallabläufen.

Fazit

Das Explosionssymbol weist auf Stoffe hin, bei denen schon kleine Auslöser schwere Schäden verursachen können. Wer Kennzeichnung, Sicherheitsdatenblatt und betriebliche Regeln beachtet, senkt das Risiko erheblich. Konsequentes Abstandhalten von Zündquellen, sachgemäße Lagerung und passende Schutzausrüstung schützen Menschen, Gebäude und Umwelt.

Das Team hinter den Beiträgen

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Autor bei Zeichencheck.de

Jan Peters

Zeichen, Fehlercodes & Leuchtanzeigen

Ich beschäftige mich seit Jahren mit Zeichen, Symbolen, Anzeigen und Meldungen, die im Alltag plötzlich Fragen aufwerfen. Mich interessiert vor allem, wie man auch technische oder auf den ersten Blick unklare Hinweise schnell verständlich erklären kann.

Bei Zeichencheck.de schreibe ich vor allem über Fehlercodes, Leuchtanzeigen, Symbole und textbasierte Meldungen. Mein Ziel ist, dass du ohne langes Suchen sofort verstehst, was ein Zeichen bedeutet und wie du es einordnen kannst.

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Autorin bei Zeichencheck.de

Mira Hoffmann

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